Aus menschlichen Abfällen hergestellte Ziegelsteine könnten die Zukunft der Bauindustrie sein

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Assoziierter Professor Abbas Mohajerani mit einem Klärschlamm-Ziegel. Credit RMIT University

Abbas Mohajerani ist Professor und einer der führenden Forscher in der Studie an der australischen RMIT-Universität. Seine Entdeckung, die er machte ist eine Möglichkeit, um menschlichen Abfall in Bausteine umzuwandeln, die dann für den Bau genutzt werden könnten.

Er kam zu dieser Entdeckung nachdem er die letzten 15 Jahre die Inhaltsstoffe von menschlichem Abfall untersuchte.

Eine Studie von Forschern der RMIT-Universität besagt, dass menschlicher Kot nur 25% sind und die restlichen 75% aus traditionellem Ton bestehen. Mit dieser neu entdeckten Methode könnten 30% des als Deponie verwendeten biofesten Materials eingespart werden.

In der heutigen Zeit müssen wir nur die Toiletten-Spülung drücken und uns keine Gedanken machen über unseren Stuhlgang, da das die Kläranlagen für uns machen. Das kontaminierte Wasser fliesst in Abwasserrohren zu Kläranlagen. Diese Anlagen produzieren täglich Tausende Tonnen Abfallprodukte, von denen Teile in den Ozean gespült werden, auf Deponien lande und in einigen wenigen Fällen zu Düngemitteln verarbeitet werden.

Die Forscher entwickelten einen Prototyp dieser Ziegelsteine und verglichen sie mit herkömmlichen Ziegelsteinen. Die Tests zeigten deutlich, dass die Ziegelsteine ​​robust sind und den strengen globalen Bauvorschriften entsprechen. Zudem führte die Einarbeitung von Klärschlamm in Ziegelsteinen zu einer Verbesserung der Nachhaltigkeit des gesamten Lebenszyklus.


Credit: RMIT University

Es hat sich gezeigt, dass Klärschlamm-Steine poröser sind als die Standardsteine, was sie hervorragend machen würde für die Isolierung. Zudem würde man dadurch die Verwendung von Sand und Ton verringern. Viele Tonerden, die man zur Herstellung von Ziegelsteinen verwendet, stammen aus Gewässern. Sie schädigen das Ökosystem und die einheimische Tierwelt.

Credit: RMIT University

Wenn man die Ziegelsteine dann in der Nähe von Kläranlagen herstellen würden, könnte man sich den Transport zu einer Fabrik sparen und die dabei entstehenden Kohlenstoffemissionen verringern.

Prof. Abbas Mohajerani sagte, dass dieses neue Verfahren dazu beitragen könnte, zwei Umweltprobleme zusammen zu beseitigen. Das erste Problem ist die Unmengen an Klärschlamm-Abfällen und das zweite Problem ist die nicht nachhaltige Bodenevakuierung, die für die Herstellung von traditionellen Ziegelsteinen erforderlich ist. Die neu entwickelten Ziegelsteine könnten die Zukunft für uns und unseren Planeten sein.


Storage conditions of biosolids = Lagerbedingungen von Klärschlamm
Brick soil = Ziegelerde
Biosolids= Klärschlamm

credit: RMIT University

Es gibt noch eine weitere Lösung für unsere Umwelt:

Besonders in Ländern wie Afrika, Mittel- und Südamerika werden bereits Initiativen ergriffen, um Plastikflaschen zu Baustoffen zu machen. Ein ganzes Haus mit einem Badezimmer, zwei Schlafzimmern, einer Küche und einem Wohnzimmer kann aus ungefähr 14’000 Plastikflaschen und Schlamm gebaut werden.

Diese Steine könnten viel bewirken und unserem Kunststoffproblem entgegen wirken. Forscher sagen, dass, wenn wir so weiter machen wie bisher, es bis im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische in unseren Weltmeeren gibt.

Diese Ziegelsteine würden automatisch bedeuten, weniger Müll in unseren Ozeanen.

Bildquelle: RMIT University

Mohajerani, A.; Ukwatta, A.; Jeffrey-Bailey, T.; Swaney, M.; Ahmed, M.; Rodwell, G.; Bartolo, S.; Eshtiaghi, N.; Setunge, S. A Proposal for Recycling the World’s Unused Stockpiles of Treated Wastewater Sludge (Biosolids) in Fired-Clay Bricks. Buildings20199, 14.

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