Die Wissenschaft erklärt, was mit deinem Körper passiert, wenn du immer alles überdenkst

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Bist du eher ein Kopfmensch oder ein Gefühlsmensch? Kopfmenschen neigen dazu, alles immer zu überdenken. Dabei laufen ihr Gehirn und ihr Körper auf Hochtouren und versuchen, Lösungen für Probleme zu finden, die möglicherweise gar nicht existieren.

Indem wir alles wiederkäuen und überdenken, schaffen wir Probleme, die eigentlich gar nicht existieren. Es erschwert unser Leben und wir vergessen dabei völlig, im hier & jetzt zu sein.

Durch unseren modernen Lebensstil wurden unsere Leben nicht einfacher, wie man vielleicht denken würde. Nein, unsere Leben werden immer komplizierter und so wurde das Überdenken zu einer weltweiten Epidemie.

Laut einer Studie der University of Michigan sind 73% der Erwachsenen zwischen 25 und 35 Jahren und 52% der 45- bis 55-Jährigen Überdenker.

Die Forschung sagt, dass das ständige Wiederkäuen oft viel mehr Probleme verursacht, da es nicht möglich ist klar zu denken, wenn der Geist in so viele Richtungen rast.

”Wir sterben am überdenken. Wir bringen uns langsam um, indem wir alles überdenken. Denken, denken, denken. Man kann dem menschlichen Verstand sowieso nie vertrauen. Es ist eine Todesfalle.” – Anthony Hopkins

Die Wissenschaft erklärt, was mit uns passiert, wenn wir immer alles überdenken:

Es könnte deine Lebensdauer verkürzen

Eine Studie der Harvard University sagt, dass neuronale Überaktivität deine Lebensdauer verkürzen kann, während weniger Denken sie verlängern kann. Immer alles überdenken nimmt dir so viel kostbare Zeit und du vergisst, den Moment zu leben.

Die Forscher fanden heraus, dass die durch ein überaktives Nervensystem verursachte neuronale Erregung auf den Signalweg von Insulin und Insulinähnlichen Wachstumsfaktoren (IGF) im Gehirn wirkt. Darüber hinaus stellten sie auch fest, dass ein Protein names REST, Gene reguliert, im Denkprozess aktiviert wird und die neuronale Erregung unterdrückt. In Studien, die an Tieren durchgeführt wurden erhöhte das Blockieren von REST die neuronale Aktivität und führte zu früheren Todesfällen, während das Boosten das Gegenteil bewirkte.

Zudem entdeckten Forscher, dass Menschen, die 100 Jahre oder länger lebten, viel mehr REST in ihren Gehirnzellen hatten als diejenigen, die in ihren 70ern oder 80ern starben. Es wurde auch entdeckt, dass REST bei vielen Tieren wie z.B. Säugetieren die Expression von Genen unterdrückt, die bei der Anregung von Neuronen eine Rolle spielen, wie Ionenkanäle, Neurotransmitterrezeptoren und Strukturkomponenten von Synapsen.

Die Implikationen dieser Forschung sind enorm! Das liegt daran, dass Menschen ein längeres Leben genießen können, wenn sie dieses Protein durch Medikamente oder Trainingseinheiten wie Meditation gezielt trainieren.

Alles überdenken macht es viel schwieriger, um Entscheidungen zu treffen

Wir Menschen neigen dazu, Szenarien in unseren Köpen zu schaffen, die überhaupt nie passiert sind oder passieren werden. Menschen die immer alles überdenken möchten jeden Aspekt eines Plans kennen und wenn dieser Plan nicht vorhanden ist, fühlen sie sich ausser Kontrolle und komplett hilflos.

Im Zentrum des Überdenkens steht stets der Wunsch, Situationen unter Kontrolle zu haben und vorherzusagen, was passieren wird. Doch realistisch gesehen wird auch das Überdenken nicht offenbaren, wie sich die Zukunft oder eine bestimmte Situation entwickeln wird. Bei etwas ist Überdenken aber ganz hoch im Kurs- und zwar beim hervorrufen von noch mehr Angst!

Die Kontrolle aufgeben erscheint auf den ersten Blick schwierig, aber denke daran, wie dich das Überdenken noch viel mehr Kraft kostet. Du investierst soviel kostbare Energie bei dem Versuch, Probleme zu vermeiden. Das ständige Überdenken kann zudem zu einer Analyse-Lähmung führen, da man sich von der Anzahl an Optionen gefangen fühlt. Das wiederrum führt dazu, dass wir Entscheidungen dann lieber Aufschieben, um Zeit zu haben, Probleme zu mindern, die eventuell auftreten könnten.

Es kann Schlaflosigkeit verursachen

Jeder von uns kennt diese Nächte, in denen wir uns hin und her drehen und versuchen, unseren Kopf auszuschalten. Umso mehr wir jedoch versuchen, nicht zu überdenken, desto schlimmer wird es tatsächlich. Das Resultat ist dann am Morgen bereits ein zerschlagenes Gefühl mit wenig Schlaf. Schlaflosigkeit ist ein echter Teufelskreis, da es das Risiko steigert an Angstzuständen und Depressionen zu leiden. Um etwas zu ändern müssen wir dem Problem auf den Grund gehen und die Gewohnheit des Überdenkens ins Visier nehmen.

Es kann zu steifen Gelenken und Muskeln führen

Wir alle wissen mittlerweile, dass Gedanken unsere Realität erschaffen. Und so kann auch das Wiederkäuen körperliche Symptome verursachen. Das ständige überdenken und wiederkäuen von Situationen erzeugt Stress in uns, weil unser Geist glaubt, dass es ein Problem gibt, das gelöst werden muss.

Man sollte bedenken, dass unser Gehirn noch immer denkt, wir würden in der Natur leben und müssen dementsprechend schnell auf Bedrohungen in unserer Umgebung reagieren. Unser Gehirn weiss nicht, dass wir in unserem modernen Leben nicht allzu oft mit Lebensbedrohlichen Situationen konfrontiert werden.

Es ist wichtig, aus diesem Stress herauszutreten und zu entspannen, da sich sonst viele Spannungen in unserem Körper aufbauen können. Versuche beim nächsten Überdenken, alles mal aus einer anderen Perspektive aus zu betrachten. Läuft alles wirklich so schief oder kreierst du die Probleme in deinem eigenen Kopf?

Es kann zu Kopfschmerzen führen

Normalerweise deuten Kopfschmerzen auf einen Nährstoffmangel hin. Es kann jedoch auch bedeuten, dass man eine Pause vom Denken braucht. Ärzte sagen, dass es wahrscheinlicher ist unter Kopfschmerzen zu leiden, wenn wir viel Stress haben. Deshalb ist es umso wichtiger, auf deine Gedanken zu achten. Zu oft analysieren wir in unseren Köpfen alle Situationen und genau diese Überaktivität kann dann in körperlichen Schmerzen resultieren.

Und so könntest du die Gewohnheit des Wiederkäuens stoppen:

Wenn du es schaffst, diese Angewohnheit zu brechen wirst du merken, dass du dich viel energetischer fühlst und klarer denken kannst.

ÄNDERE DEINE ROUTINE

Finde eine Routine, die sich für dich gut anfühlt. Vielleicht verursacht dein momentaner Tagesablauf unnötigen Stress. Beachte, zu welchen Tageszeiten du dich mehr und weniger angespannt fühlst. Schon eine kleine Veränderung könnte eventuell einen grossen. Unterschied machen.

Was machst du wenn du am Morgen aufwachst? Schaust du sofort auf dein Handy? Versuche etwas zu warten, bis du auf dein Handy glotzt und ändere vielleicht deine Routine hier ein wenig. Viele Menschen sind so in ihrer Routine gefangen, dass sie währenddem sie frühstücken, noch ihre Mails checken oder Nachrichten schreiben. Denke daran, dass Multitasking zu noch mehr Chaos in deinem Kopf führt.

ERSETZE NEGATIVE GEDANKEN DURCH POSITIVE

Ich weiss, eigentlich möchtest du einfach weniger denken. Aber zunächst einmal hilft es schon, wenn deine Gedanken konstruktiver sind. Du wirst feststellen, dass damit auch das ständige Wiederkäuen abnimmt. Natürlich ist es nicht ein Prozess der mal eben über Nacht geschehen wird, es wird Zeit brauchen und etwas Übung erfordern! Aber alles beginnt mit dem Bewusstsein. Jedesmal, wenn du negative Gedanken hast, versuche, sie aus einer anderen Perspektive aus zu betrachten.

Überdenken kann also zu Schlaflosigkeit, verkürzter Lebensdauer, Angstzuständen und Depressionen, Kopfschmerzen, steifen Gelenken und Entscheidungsschwierigkeiten führen. Es macht das Leben nur komplizierter und lässt uns den gegenwärtigen Moment vergessen . Klar müssen wir unser Gehirn benutzen, um Entscheidungen zu treffen, aber wir sollten es nicht übertreiben. In der heutigen Gesellschaft haben wir ein chronisches Überdenkungsproblem, das unsere Gesundheit beeinträchtigt. Wir sollten einfach wieder lernen, auf unser Herz zu hören und dem zu folgen.

Bildquelle: Pixabay

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